Hommage…

Meine Hommage an die Fotografie

“Die Parallelwelt in meinem Kopf…”
Wenn ich daran denke was ich noch so alles umsetzen möchte, ertappe ich meine Gedanken dabei wie sie in meinem Kopf ganze Filme abspielen lassen. Das dritte Auge ist wachsam und sieht bereits was entsteht. Diese Filme betrachtend überkommt mich solch eine Vorfreude, dass es mich regelrecht in den Fingern juckt diese Filme in seine einzelnen Sequenzen aufzuteilen um daraus eine, Nein meine Aufnahme entstehen zu lassen. All die Nervenbahnen in mir werden in Anspannung versetzt und ich werde innerlich zum brodelnden Vulkan, bereit dem Lavastrom in meinen Adern freien Lauf zu lassen.

Spätestens dann wenn meine rechte Hand vom Kameragurt umwickelt, ich den Objektivdeckel abgenommen und mein Zeigefinger über dem Auslöser platziert ist, weiß ich genau:
“JETZT” ist nichts mehr unmöglich! Ein letzter Blick in Richtung meines Motivs, ein kurzes Überprüfen der Kameraeinstellungen, woher kommt das Licht, hier noch ein wenig am Rädchen drehen, da noch ein wenig drehen, einmal zum Test “Feuer frei” und passt. Mein Auge und der Sucher haften aneinander und ich sehe, was meine Kamera sieht. Für diesen Moment, die Klicks die nun folgen, sind mein Auge und die Kamera eine unzertrennliche Einheit deren gemeinsames Ziel es ist diesen einzigartigen Moment festzuhalten und daraus eine Fotografie entstehen zu lassen. Jetzt gilt nur noch eines, durchatmen und… erneut: “Feuer frei!” Sekunden später streichelt auch schon mein Zeigefinger über den Auslöser. Das kaum wahrnehmbare Klacken des Spiegels klingt für mich wie Musik. All die zuvor noch empfundene Anspannung löst sich langsam und ich verliere mich in dieser für Außenstehende oftmals kaum nachvollziehbaren Faszination “Fotografie”. Kaum merkbar tauche ich hinein in eine Parallelwelt in der nichts vom Alltag mehr existent ist und nichts mehr so sein wird wie es einst war. Manchmal vergehen Minuten, manchmal aber auch gefühlte Stunden ehe sich mein Auge von der Kamera lösen kann und mir somit der Blick zurück in die reale Welt wieder eröffnet wird. Ohne auch nur einen einzigen Blick auf die bis dato entstandenen Aufnahmen geworfen zu haben sagt mir mein Gefühl ganz genau ob sich der Aufwand gelohnt und die Aufnahmen etwas geworden sind, oder auch nicht.

Was nun folgt bezeichne ich persönlich als “Knipser-Voyeurismus”. Denn nun wird fieberhaft die Menüauswahl der Kamera auf Bildvoransicht gestellt. Der Puls und somit die festgehaltenen Momente auf dem direkten Wege an das Display übergeben und los geht’s.

Einige Zeit nachdem die Kamera ausgeschaltet und der Puls sich wieder beruhigt hat kommt das, was mancher Laie allzu oft unterschätzt und so nicht wirklich ein bzw. zuordnen kann. Es geht ab nach Hause an die aus Blech und Plastik bestehende Kiste mit dem angeschlossenen Flimmerkasten. Kiste einschalten, Cam anschließen und erst einmal alle Aufnahmen per Knopfdruck auf das heimische Speichermedium übertragen. Hier werden zunächst alle Aufnahmen im Schnelldurchlauf gesichtet und erste Notizen zu einzelnen Aufnahmen geschrieben bevor ein weiterer Aspekt meiner momentanen Fotografie zum Tragen kommt. Wie ein kleiner Junge, dem die Mutti das langersehnte Spielzeug überreicht sitze ich da und ergötze mich an den einzelnen Ergebnissen welche mich allzu oft denken lassen: “Geiler Scheiss, was hast du dir doch für ein megageniales Hobby auserkoren”! Voller Freude (um nicht zu sagen Liebe) gebe ich diesen Momenten die hier festgehalten wurden den letzten “Feinschliff”, der für mich ebenso zur Fotografie gehört wie das Amen in der Kirche. Schnitttechnisch bin ich inzwischen schon so weit, dass ich selten nachträglich noch an einer Aufnahme herumschnipsle. Allerdings liebe ich es kleine Details heraus zu arbeiten, Kontraste anzupassen und aus “fast” allen meiner Aufnahmen, welche ich später auch so entwickeln lasse oder Öffentlich ausstelle, mindestens Eine Schwarzweiß Version zu kreieren. Diese Arbeiten benötigen zwar einiges an Geduld und Zeit doch darauf lege ich großen Wert, denn wie bereits bei der Entstehung der Aufnahmen in meinem Kopf so habe ich auch hier die Möglichkeit meine freie, uneingeschränkte Kreativität einfließen zu lassen. Ein Fotograf ist ein Maler, ein Künstler. “Denn Fotografieren ist wie malen mit Licht!”

Nach getaner Arbeit gönne ich mir zumeist ein Kippchen und einen Kaffee dazu um entsprechend Abstand zu bekommen, ehe ich mich nochmals der Einen oder Anderen Aufnahme widme und diese ein letztes Mal in Augenschein nehme. Aus solch letztlichen Betrachtungen entstehen dann oftmals Neue oder weitere Ideen und auch Teile meiner Collagen, welche sich dann ihren Weg durch meine Synapsen bahnen und sich wie ein Lichtstrahl in meinem Hirn festbrennen. Bin ich dann letzten Endes auch durch diesen Prozess exportiere ich meine Aufnahmen. Je nach Lust und Laune mal Alle, mal auch nur Einzelne. Eine festgelegte Anzahl hab ich nicht und werde ich sicherlich auch nie haben. Wozu auch? Es gibt nur weniges, das mir als sehr wichtig erscheint. Einer dieser Punkte ist, dass der Kunde sich wiederentdeckt und auch zufrieden ist. Der wichtigsten Punkt jedoch, dass ich Spaß an der Fotografie habe denn dadurch werden auch die Ergebnisse zufriedenstellend. (Und nein, es ist für mich keine Arbeit, es ist ein Vergnügen!)

Auf meine imaginäre Fahne hab ich einst geschrieben. “Pepe solltest du je den Spaß daran verlieren, so schmeiß alles in die Ecke und widme dich Dingen, die dir Spaß machen! Nur aus der Freude und Leidenschaft heraus können wahrlich schöne Dinge entstehen. Einer Fotografie sieht man dies an, so meine ganz persönliche Meinung dazu! Natürlich gibt es auch hin und wieder Tage, an denen ich einfach nur tue. Ohne groß darüber nachzudenken, was ich da eigentlich treibe drücke ich auf den Auslöser. Doch wenn ich in solchen Momenten ganz ehrlich zu mir selbst bin, so kann ich ohne auch nur ein einziges Ergebnis dessen gesehen zu haben getrost alles wieder löschen. (Wobei ich, auch ganz ehrlich gesagt, so etwas nie tun würde!). Die Faszination an der Fotografie hat mich einen Satz gelehrt, welcher mir so oft durch den Kopf schwirrte, dass ich daraus meine Philosophie entstehen ließ.
“Fotografie ist eine Wertschätzung an das Leben, seine ganz speziellen Augenblicke, seine Schönheit und seinen Zauber…”
Und so sage ich es abschließend noch einmal:
“Ich liebe das Fotografieren, ich liebe diesen geilen Scheiss, ich liebe es mich in dieser Parallelwelt aufzuhalten… !”

Pepe